HanseGrand Wegetage 2019

Entsiegelte Wege tragen zur Verlangsamung des Klimawandels bei

Hansegrand Wegtage 2Das Thema „Versickern statt Versiegeln“ brennt den Wegebau-Fachleuten in den Kommunen unter den Nägeln. Die über 300 Anmeldungen zu den HanseGrand-Wegetagen zeigen deutlich, dass die Kommunen im öffentlichen Wegebau auf der Suche nach umweltfreundlichen Alternativen zu versiegelten Wegen sind. Vom Wegetag in Selsingen möchten wir hier, stellvertretend für alle Wegetage, kurz berichten.

Hans Pape gab einen Überblick über die aktuellen Rahmenbedingungen im Wegebau: in vielen Regionen, vor allem aber in Moorgebieten, habe sich der Zustand der Wege durch die anhaltende Dürre im Jahr 2018 enorm verschlechtert. Die landwirtschaftlich genutzten Wege seien stark ausgetrocknet und hätten durch die schweren Fahrzeuge und Maschinen, die diese Wege regelmäßig benutzten, gelitten. Gleichzeitig konnten viele Infrastrukturprojekte, die die Politik angestoßen hatte, nicht planmäßig umgesetzt werden, da es sowohl an Kapazitäten als auch an effektiven, umweltfreundlichen Baustoffen fehlte.

Eine ressourcenschonende und nachhaltige Lösung böten Wegedecken in halbgebundener, wassergebundener Bauweise. Diese seien unversiegelt und zeichneten sich durch ein exzellentes Wassermanagement aus. Wassermanagement bedeutet hier, dass die Wege und Straßen Wasser aufnehmen und speichern können. Bei starker Sonneneinstrahlung heizen sie sich nicht auf, sondern geben durch die Verdunstung des gespeicherten Wassers Kühle ab. Durch die geringen Feinanteile sind die Wege bei Nässe nicht schmierig und bei Hitze nahezu staubfrei.

„Dieses Wassermanagement, das bei versiegelten Wegen und Straßen nicht möglich ist, trägt dazu bei, den Klimawandel zu verlangsamen. Aus diesem Grund geht der Trend im öffentlichen Wegebau zur Entsiegelung und damit zu wassergebundenen Baustoffen.“ Mit diesen Worten schloss Hans Pape seinen Vortrag.

Ein weiteres, starkes Argument für wassergebundene Wegedecken lieferte Marco Mohrmann, Mitglied des niedersächsischen Landtags, während des Wegetags, als er Hans Pape offiziell eine Ökobilanzierung für ausgewählte HanseGrand Klimabaustoffe überreichte. Das Fazit der Ökobilanz lautet, dass "die HanseGrand 2-Schichtbauweise mit HG Robust® und die HanseGrand 3-Schichtbauweise mit HG Original® und HG Mineral® im Hinblick auf deren klimaschonende Eigenschaften den Geh- und Radwegen mit Asphalt-, Beton- und Pflasterdecke vorzuziehen" sei.

Die richtige Einbautechnik sei das A und O, stellte Kathrin Pape, Regio-Managerin Nord bei HanseGrand, fest. Die Wahl der Bauweise hängt dabei vom Verwendungszweck ab:

  •  3-Schichtbauweise: hoher Einbauaufwand, bei dem die Gestaltung mit ebenen Deckschichten im Vordergrund steht. Beispiel: Parks, Schulhöfe
  • 2-Schichtbauweise: niedriger Einbauaufwand, bei dem die Oberfläche gröber strukturiert und leicht rollig ist. Beispiel:Wanderwege, Multifunktionswege

Hansegrand WegetageWährend an den Baugrund und die Tragschicht bei allen Bauweisen ähnliche Anforderungen gestellt werden, gibt es bei der Deckschicht erhebliche Unterschiede in Struktur und Optik. Wichtig ist, dass die Kornabstufung zwischen den einzelnen Schichten nicht zu groß ist. Ferner ist der Aufbau der Kornstruktur maßgeblich, denn er sichert den Wasseraustausch zwischen den Schichten. Dabei kann der dreifache Wert der Korngröße als Richtwert für die Dicke einer Schicht dienen.

Weitere Vorträge hielten Iris Schweizer, Leiterin HanseGrand Südwest, über Wege zur natürlichen und nachhaltigen Bodenverbesserung sowie Frank Erhard, Regio-Manager Süd, über den Leichtbaustoff Schaumglasschotter und seinen Einsatz in der Bautechnik und im Grundbau.

Anschließend konnten sich die Teilnehmer in Praxisvorführungen auf einem Parkplatz davon überzeugen, wie einfach, effektiv und kostengünstig eine Parklücke repariert werden kann. Darüber hinaus wurde der Einbau eines Patentwegs gezeigt, der weniger als eine Stunde dauert, sowie die Pflege einer Wegedecke und die optimale Pflanzung eines Baumes. Mit einer Führung durch das Baustofflabor, bei der die Entwicklungsarbeit bei HanseGrand Klimabaustoffe zu besichtigen war, endete der Wegetag in Selsingen.