Erneuter Erfolg für HanseGrand: Nachdem die neu entwickelte Hydrotragschicht mit der GaLaBau-Innovationsmedaille 2026 prämiert wurde, steht sie nun auch im Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises (DNP) Produkte 2027. Damit wird das System binnen kurzer Zeit gleich zweifach ausgezeichnet.
Die Redaktion hat nachgefragt, was hinter der Entwicklung steckt, wie der Kühleffekt in der Praxis funktioniert und was die Auszeichnung als Finalist für HanseGrand bedeutet.
Herr Pott, herzlichen Glückwunsch! Die Hydrotragschicht wurde innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal ausgezeichnet. Was bedeutet der Einzug ins DNP-Finale für Sie?
Timon Pott: Dass unsere Hydrotragschicht im Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises steht, ist für unser gesamtes Team eine riesige Anerkennung. Der Preis zeichnet Lösungen aus, die beim Thema Klimaschutz und Ressourcenschonung wirklich etwas bewegen. Nach der GaLaBau-Innovationsmedaille zeigt uns dieser Erfolg, dass das Thema Schwammstadt und die Frage, wie wir Regenwasser in den Städten sinnvoll nutzen, endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie dringend benötigen.
Was genau ist die Hydrotragschicht und welches Problem löst sie unter unseren Wegen und Flächen?
Timon Pott: Die Hydrotragschicht ist eine neu entwickelte funktionale Tragschicht für die blau-grüne Infrastruktur, die unter herkömmliche, wasserdurchlässige Oberflächen verbaut wird. Konventionelle Schottertragschichten haben nur eine Aufgabe: Wasser möglichst schnell nach unten abzuleiten. Unsere Hydrotragschicht macht genau das Gegenteil: Sie speichert Wasser – etwa das Doppelte einer normalen Tragschicht – und bleibt dabei stabil und tragfähig.
Das Besondere dabei ist aber nicht nur das Speichern, sondern die Verdunstung. Wie funktioniert dieser Kühleffekt in der Praxis?
Timon Pott: Im Sommer geht es nicht nur ums Versickern, sondern vor allem ums Verdunsten, damit vor Ort eine Kühlung entsteht. Die Hydrotragschicht erweitert die Wasserspeicherkapazität vom reinen Oberbelag auf einen Gesamtaufbau von 30 bis 40 Zentimetern. Wenn es draußen heiß wird, zieht das System das gespeicherte Wasser über Kapillarkräfte wieder nach oben an die Oberfläche. Durch diese Verdunstungskälte senken wir die Temperatur spürbar und wirken städtischen Hitzeinseln aktiv entgegen.
Wie schlägt sich dieser Kühleffekt konkret in Zahlen nieder?
Timon Pott: Ein dunkler Asphalt erreicht unter gleichen Bedingungen bei rund 35 Grad Außentemperatur schnell 60 Grad und mehr. Unsere Flächen mit hellen Steinen, dem Albedo-Effekt und der aktiven Verdunstungskälte landen dagegen bei etwa 43 bis 44 Grad. Das ist ein gewaltiger Unterschied für das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität in Städten
Warum ist dieses Zusammenspiel aus Speichern und Verdunsten für moderne Schwammstädte so entscheidend?
Timon Pott: Die Kernidee der Schwammstadt ist, dass Wasser lokal verbleibt, gespeichert und wieder genutzt werden soll, statt wertvolles Regenwasser ungenutzt in zentrale Abwassersysteme abzuleiten. Bei Starkregen entlastet die Hydrotragschicht die Kanalisation, und bei Hitze gibt sie das Wasser als natürliche Klimaanlage wieder ab. Das schützt nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Stadtbäume und Pflanzen vor dem Austrocknen.
Ein wichtiger Faktor für Kommunen und Bauträger sind die Kosten. Ist so eine prämierte Innovation überhaupt bezahlbar?
Timon Pott: Ja, absolut. Dass die Kosten im Rahmen bleiben, war uns von Anfang an sehr wichtig. Die Hydrotragschicht wird regional produziert und wird wie jede herkömmliche Schottertragschicht im Straßen- und Tiefbau eingebaut. Wir bieten den Entscheidungsträgern in den Kommunen also eine günstige Lösung, die gleichzeitig alle Anforderungen an moderne Klimaanpassung erfüllt.
Die Preisverleihung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis findet am 3. Dezember 2026 in Düsseldorf statt. Wie blicken Sie auf den Termin?
Timon Pott: Bei HanseGrand leben wir tagtäglich den Innovationsgedanken und entwickeln laufend neue Ideen für die Kunden. Die Auszeichnung als Finalist ist für uns schon ein toller Erfolg und eine Bestätigung unserer Arbeit.Jetzt freuen wir uns auf die Preisverleihung in Düsseldorf und schauen einfach, was am Ende dabei herauskommt. Sie dürfen uns gerne die Daumen drücken.
Red.: Das machen wir auf jeden Fall. Wir bedanken uns fürs Gespräch und viel Erfolg in Düsseldorf!